Zitat von Jean Ziegler

Todesursache Wirtschaftsliberalismus

In Weltgeschehnisse & Auswirkung by Matthias A. Exl6 Kommentare

Der Wirtschaftsliberalismus ist direkt für den Tod von Menschen auf unserer Erde verantwortlich, da der freie Markt sich nur auf grausame Art selbst reguliert. Ökonomen, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass der freie Markt mehr Wohlstand für alle bedeutet, verschließen die Augen vor der harten Realität: was die einen zu viel haben, haben die anderen zu wenig.

Leider übersehen viele Menschen die fatale Auswirkung neoliberaler Wirtschaftstheorien (Wirtschaftsliberalismus) für die Welt! Während der Mensch oftmals im politischen Hickhack verstrickt ist und schnell die fiesen linken Gutmenschen als auch die rechten Nazis identifizieren kann, übersieht er, dass die eigentlichen Fäden die Konzern- und Geldpolitik zieht.

Wirtschaftsliberalismus und der Tod von Menschen

Es ist ein Faktum, dass Wirtschaftsliberalismus und Globalisierung zum Tod von Menschen führen. Wer dies bezweifelt, dem lege ich nahe, sich z. B. über die internationalen Nahrungsmittelspekulationen von Großunternehmen genau zu informieren (Bsp. Spekulationsstopp Initiative). Seit Anfang 2000 zeichnet sich ein deutlicher Trend der zunehmenden Spekulation mit Nahrungsmitteln ab. Investitionen in Rohstoffindexfonds stiegen in den Jahren 2003 bis 2008 von 13 Mrd. US$ auf 317 Mrd. US$. Wenn Preise als Folge der Börsenspekulation explodieren und Nahrungsmittel unbezahlbar werden, können sich in Armut lebende Menschen ihre tägliche Mahlzeit nicht mehr leisten und müssen hungern. Für notwendige Arztbesuche oder Schulgebühren ihrer Kinder bleibt dann erst recht nichts übrig.

“Laut Studien der Weltbank, der UNCTAD und des International Food Policy Research Institute (IFPRI) trieben Finanzspekulanten in den Jahren 2007/2008 die Getreidepreise in die Höhe. In Äthiopien stiegen die Maispreise um 100 Prozent, in Uganda um 65 Prozent und in Tansania um 54 Prozent. Die Weizenpreise stiegen in Somalia um 300 Prozent, im Senegal um 100 Prozent und im Sudan um 90 Prozent. Nahrungsmittel wurden für viele Familien unbezahlbar. Die rasant steigenden Preise für Lebensmittel führten zu Hungerprotesten in 61 Ländern. Die Zahl der Hungernden stieg um mehr als 100 Millionen und überschritt im Jahr 2009 erstmals die Rekordmarke von einer Milliarde Menschen” (Quelle: Oxfam).

Dies ist Wirtschaftsliberalismus in Reinkultur!

Es gilt, sich vor Augen zu führen, dass die Ideologie des Wirtschaftsliberalismus “extrem” ist. Extremer, als dass Menschen aufgrund einer Ideologie das Leben verlieren, geht es nicht. Als Humanist ist es meine Pflicht, “Nein” zu sagen zu den Auswüchsen des Hyperkapitalismus, der auf angenehme Weise das verursachte Leid in Länder verlagert, welche wir nicht täglich sehen müssen.

Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des zügellosen Neoliberalismus der Finanzmärkte entlarvt sich das Reden der Mächtigen von christlichen Werten, von Solidarität und Gerechtigkeit als pure Heuchelei.

Jean Ziegler, Schweizer Soziologe, Politiker und ehem. UN-Sonderberichterstatter

Wer sich mehr für diese Materie interessiert, kann hier ausrechnen, wie viele Sklaven für ihn arbeiten. Ja, Sklaven! Denn wenn die Arbeitsbedingungen so gestaltet sind, dass Menschen keinerlei Wahl mehr haben und unter widrigsten Bedingungen zu arbeiten haben, dann ist dies eine moderne Form der Sklaverei.

Auch interessant:  Zehn Fragen an... Stefan Haderer

Meiner Meinung nach sollten wir daher jede politische Aussage, die Wirtschaftsliberalismus in der heutigen Form als positiv verkauft, mindestens als genauso extrem und gefährlich betrachten, wie Rechtspopulismus.

Ich empfehle des weiteren die nachfolgende Kurzdokumentation:

Wie Spekulation auf Nahrungsmittel die Preise in die Höhe treibt

Am Beispiel von Kakao zeigt Spiegelonline wie die Preise von den Spekulanten in die Höhe getrieben werden und der reale Markt keinen großen Einfluss mehr auf dem Preis hat. Diese schädliche Spekulation gehört verboten. Hilf deshalb mit bei der Initiative gegen die Spekulation auf Nahrungsmittel der JUSO Schweiz.

Anleitung zur Selbstreflexion - Eine Frau, die an einem Teich sitzt und ein Buch liestMein Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen. Die Abonnenten meines Blogs (das Abo ist kostenlos) können den Leitfaden zur Selbstreflexion gratis herunterladen. Hier kannst du dich eintragen, wenn du über neue Artikel von mir informiert werden möchtest, inklusive Gratisdownload meines achtseitigen Booklets.

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Herzliche Grüße,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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Ein sehr wichtiger Beitrag, der den Neoliberalismus als Ursache für den Hunger in dieser Welt deutlich anspricht. Leider ist ja die “Initiative gegen die Spekulation auf Nahrungsmittel der JUSO Schweiz” gescheitert. Und die Bemühungen des Europäischen Parlaments, Spekulationen zumindest einzubremsen, wurden und werden von Lobbyisten torpediert. Wobei die Spekulationen auf Nahrungsmittel Hand in Hand gehen mit so genannten Freihandels-(=Knebelungs)verträgen, mit Land- und Wassergrabbing und der Überflutung armer Länder mit subventionierten Lebensmitteln, gegen die landeseigene Produkte keine Chance haben. Der Hunger ist ein gutes Geschäft. Man denke nur an die generös verteilten (hoch subventionierten) Nahrungsspenden der USA, mit denen sich amerikanische… Weiterlesen »

Vielen Dank für das Lob. Um auch positiv zu denken hier ein Link, der Freude macht.
http://www.schenke-eine-ziege.de/beweg-was/spenden.html
Ich habe auch schon überlegt, ob es nicht sehr sinnvoll wäre, Moringa-Bäumchen anzupflanzen. Sie gedeihen nur in sehr heißen Gegenden, brauchen sehr wenig Wasser und sind von der Wurzel bis in die Krone ein wertvolles Nahrungsmittel. Vielleicht kennst du Jemanden, der Connections zu afrikanischen Staaten unterhält.

Ich bin schon ein Dolm. Das hätte ich doch ahnen oder sogar wissen müssen, dass Ihr das Ziegenprojekt kennt. Und zu Moringa: Jetzt habe ich entdeckt, dass es in Gambia ein Moringa-Projekt gibt. Verzeihung !

Ganz im Gegenteil! Bitte mehr davon… Es ist eher Zufall, wenn man schon selber etwas ausprobiert hat und es wäre schade, wenn man von einer guten Idee nichts hört… Herzliche Grüße, Matthias